Im Rahmen des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung moderierte das Werkstattprojekt Soziale Landwirtschaft zusammen mit der Praxisforschungsstelle Heinersdorf und der Grün-Weißen Kooperation ein Fachforum zum Thema „Landwirtschaft als Dritte Orte zwischen Produktion, Begegnung und Zukunft“.
Ausgangspunkt des Fachforums war die Frage, welche Rolle landwirtschaftliche Betriebe im ländlichen Raum jenseits ihrer ökonomischen Funktion einnehmen können. In Anlehnung an das Konzept der „Dritten Orte“ wurde diskutiert, wie Höfe zu sozialen Ankerpunkten werden können, die Begegnung, Teilhabe und intergenerationalen Austausch ermöglichen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Spannung zwischen landwirtschaftlicher Produktion und dem Anspruch, ein Ort der Begegnung zu sein. Deutlich wurde, dass insbesondere die Soziale Landwirtschaft als verbindendes Element wirkt: Durch pädagogische, therapeutische oder pflegerische Angebote entwickeln sich landwirtschaftliche Betriebe zu multifunktionalen Räumen, in denen soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammenkommen.

Gleichzeitig wurde herausgestellt, dass diese Entwicklung stabile politische und ökonomische Rahmenbedingungen erfordert. Gemeinwohlorientierte Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe müssen anerkannt, wissenschaftlich begleitet und langfristig gefördert werden.
Das Fachforum machte deutlich, welches Potenzial landwirtschaftliche Betriebe als Orte sozialer Innovation besitzen. Sie bieten räumliche, soziale und organisatorische Voraussetzungen, um aktuellen Herausforderungen wie Vereinsamung, dem Verlust regionaler Identität oder dem demografischen Wandel aktiv zu begegnen, vorausgesetzt, Praxis, Forschung und Netzwerke arbeiten weiterhin eng zusammen.
