Pluriversum ist ein Veranstaltungsformat, das durch Europa tourt und Menschen über die Möglichkeiten eines Guten Lebens im Einklang mit der Natur ins Gespräch bringt. Beispiele aus dem Globalen Süden sollen die Teilnehmenden dabei besonders inspirieren. Das Format ist aus dem gleichnamigen Buch entstanden. Es stellt viele unterschiedliche Praktiken und Wirtschaftsweisen aus der ganzen Welt vor. Sie alle stellen die Verbindung der Menschen untereinander und mit der Natur in den Vordergrund, statt sie dem Ziel des Wirtschaftswachstums unterzuordnen.
Teil der Veranstaltung war ein Impuls von Alberto Acosta, ecuadorianischer Wirtschaftswissenschaftler und international bekannter Vertreter des Buen Vivir. In Heinersdorf berichtete Acosta von den Chacras, kleinen Nebenerwerbshöfen in Ecuador. Dort können alte Menschen ihre letzte Lebenszeit verbringen. Sie sind in eine generationsübergreifende Gemeinschaft und in den Alltag auf dem Hof eingebunden. Die Chacras sind ein Beispiel für Soziale Landwirtschaft.
Danach sprachen Annegret Huth von der PFS Heinersdorf und Sunna Kovanen vom Werkstattprojekt SozLaWi über Soziale Landwirtschaft als konkrete Möglichkeit, in ländlichen Räumen Brandenburgs soziale Teilhabe, ökologische Regeneration und regionale Wertschöpfung umzusetzen. Anknüpfungspunkte bieten Beispiele aus anderen Weltregionen und die Geschichte der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR, die viele soziale Aufgaben im Dorf übernommen haben. Zum Abschluss stellten sich lokale Initiativen vor, die sich für das Gute Leben für alle in und um Heinersdorf einsetzen.
Musikalisch umrahmt wurden die Beiträge vom Grupo Sal Duo. Dank gilt der Dorfinitiative für die Räumlichkeiten und die Organisation. Sie hat das sanierungsbedürftige Herrenhaus seit Kurzem von der Gemeinde gepachtet, um es für die Dorfgemeinschaft wieder zugänglich und nutzbar zu machen.
Organisation und Partner
Das Pluriversum wurde über die Grün-Weiße Kooperation finanziert und größtenteils organisiert. Das Modellprojekt läuft seit Januar 2025 und will die Soziale Landwirtschaft in der Region Oderland-Spree voranbringen. Dafür baut es Unterstützungsstrukturen auf, die Landwirt:innen und soziale Träger begleiten. Die Präsenzstelle Oderland-Spree der TH Wildau und der Europa-Universität Viadrina hatte das Pluriversum vor zwei Jahren auf der Burg Storkow ausgerichtet und hat die Veranstaltung in Heinersdorf mit Rat und Tat unterstützt.
Die Veranstaltung war eine Kooperation von Denk-mal-Kultur e.V., der Leben im Heinersdorfer Herrenhaus GmbH, der PFS Heinersdorf, der Präsenzstelle Oderland-Spree, der BTU Cottbus-Senftenberg (AlterPerimentale, Werkstattprojekt Soziale Landwirtschaft) und der Evangelischen Kirchengemeinde Region Fürstenwalde/Spree.
