Welche Geschichten lassen sich heute über den Blaudruck erzählen? Bis wohin reicht das Wissen, das lange Zeit von Generation zu Generation weitergegeben wurde? Im geselligen Rahmen kamen am 27. März knapp 30 Menschen im Heimatmuseum Jänschwalde/Janšojce zusammen. Beim Erzähl-Cafe stand die Handwerkstechnik des Blaudrucks im Vordergrund. Diese ist zwar prägend für die kulturelle Identität der Lausitz, wird in der Gegend um Cottbus/Chóśebuz aber inzwischen nicht mehr gewerblich betrieben.

Viele der Teilnehmenden kamen in Blaudruck-Kleidung zur Veranstaltung, etwa in Schürzen als Teil der dörflichen Tracht. Es wurde schnell deutlich, in welch kurzer Zeit das Wissen über den Blaudruck als Handwerkstechnik mitsamt seiner kulturellen Zusammenhänge in den Familien verlernt wurden. In der Runde wurden Erinnerungen an die eigene Kindheit und Familie geteilt, aber auch, welches Wissen nicht mehr bekannt und vermeintlich verloren ist. Viele technische Fragen zum Druckverfahren konnten im Rahmen des Erzähl-Cafes durch die Teilnahme einer ehemals gewerblich tätigen Blaudruckerin aus Cottbus/Chóśebuz beantwortet werden. Zudem gab es lebhafte Diskussionen darüber, was den Blaudruck als Verfahren kennzeichnet und welche Kriterien an solche Produkte angelegt werden sollten, die heutzutage als “Blaudruck” touristisch vermarktet werden. Die große Runde wurde immer wieder durch spontane Diskussionen in kleineren Gruppen aufgelockert. Nachdem alle Geschichten und Erinnerungen geteilt wurden, klang die Veranstaltung aus, indem die Teilnehmenden noch zahlreiche Textilien, Modeln und Muster sichteten und den Austausch fortführten.


Die Veranstaltung wurde moderiert von Jörg Ackermann und unterstützt durch das Projekt Inwertsetzung immateriellen Erbes im deutsch-slawischen Kontext (inwertsetzung-lausitz.de). Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für die Mitgestaltung des Erzähl-Cafes, sowie an die Engagierten des Heimatmuseum in Jänschwalde/Janšojce für die tolle Atmosphäre sowie die leckere Verpflegung!
