Regionalne Centrum Animacji Kultury (RCAK), Zielona Góra/Polen

Erfolgreicher Auftakt der Konferenzreihe des Werkstattprojektes AGEPOL

13. Juli 2026
13. Juli 2026
Rund 70 Teilnehmende trafen sich im RCAK in Zielona Góra, um gemeinsam an einer deutsch-polnischen Gesundheitsregion zu bauen, ein Rückblick auf die 1. Vernetzungskonferenz von AGEPOL.

Am 26. Juni 2026 fand im Regionalne Centrum Animacji Kultury (RCAK) in Zielona Góra die 1. Vernetzungskonferenz des Werkstattprojektes AGEPOL statt. Rund 70 Teilnehmende aus Verwaltung, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um gemeinsame Perspektiven für gutes Altern in der Grenzregion zu entwickeln.

Viel Einigkeit und produktive Kontroversen

Die Konferenz war geprägt von einem Spannungsbogen zwischen großer Einigkeit in den Zielen und kontroversen Diskussionen über Wege und Prioritäten. Einigkeit bestand darin, dass sich die Herausforderungen des demografischen Wandels, etwa Fachkräftemangel, Versorgungsdichte im ländlichen Raum oder die Übergänge zwischen Gesundheit, Pflege und sozialer Teilhabe, nicht national getrennt, sondern nur transnational lösen lassen. Gerade an den Schnittstellen zwischen kommunaler Daseinsvorsorge, sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und praktischer Versorgungsorganisation wurden dabei auch offen Unterschiede der Systeme angesprochen. Diese Klarheit galt den Beteiligten als Voraussetzung für eine tragfähige Kooperation. Die Zusammenarbeit mit dem ROPS (Regionalny Ośrodek Polityki Społecznej) wird bereits als großer Erfolg gewertet, über den auch auf der Website des ROPS berichtet wurde.

AGEPOL als Werkstatt für eine Gesundheitsregion

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage, wie AGEPOL in den kommenden zwei Projektjahren konkrete Bausteine einer deutsch-polnischen Gesundheitsregion entwickeln kann. Vorgestellt wurden drei Werkstattlinien.

  • Die erste befasst sich mit der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung: Die Teilnehmenden sehen eine große Chance darin, Ressourcen besser zu bündeln und Angebote aufeinander abzustimmen, benannten aber auch Bürokratie und unterschiedliche Systeme als zentrale Hürden.
  • Die zweite Linie zielt darauf, gute Praxis vor Ort zu stärken. Viele funktionierende Ansätze existieren bereits; die eigentliche Aufgabe liegt eher darin, sie sichtbarer zu machen, voneinander zu lernen und erfolgreiche Beispiele in andere Regionen zu übertragen. Genannt wurden hier unter anderem Gesundheitsvorsorge und -bildung, die Verbesserung der Lebensqualität ab 60, Einsamkeitsprävention, soziale Teilhabe, Nachbarschaftshilfe sowie lokale Begegnungsorte und Seniorenclubs.
  • Die dritte Linie widmet sich Vernetzung und Wissenstransfer. Persönliche Kontakte, gegenseitiges Vertrauen und verlässliche Kooperationen zwischen NGOs, Kommunen, Pflege, Gesundheitswesen und Wissenschaft bildeten sich als tragende Grundlage für eine nachhaltige Zusammenarbeit heraus. Dazu zählen auch der Aufbau gemeinsamer Wissenscluster, eine engere Vernetzung und bessere Sichtbarkeit von Pflege-, Gesundheits- und Sozialdiensten sowie stabile Austauschstrukturen zwischen Kommunalverwaltung, freien Trägern und Selbsthilfe.

In den Arbeitsgruppen der Konferenz wurden Bedarfe gesammelt, bestehende Netzwerke kartiert und erste Pilotideen entwickelt, von grenzüberschreitenden Beratungskonzepten bis zu abgestimmten Präventionsangeboten für Senior*innen. 

RCAK als Ort der Begegnung

Das RCAK in Zielona Góra bot für diese deutsch-polnische Vernetzung einen passenden Rahmen: eine regionale Kultur- und Bildungseinrichtung mit Erfahrung in der Ausrichtung internationaler Veranstaltungen. Über die reine Infrastruktur hinaus stand der Ort auch sinnbildlich dafür, Gesundheitsregion als Teil einer lebendigen Kultur- und Lebensraumgestaltung zu denken. Der Konferenztag wechselte zwischen Plenum, Werkstattformaten in kleineren Gruppen und informellen Gesprächen; Sprachbarrieren wurden durch Übersetzung und viel persönliche Offenheit spürbar kleiner.

Ausblick

Die Vernetzung geht weiter: Die 2. Deutsch-Polnische Vernetzungskonferenz findet am 16. Juli 2026 für die Region LOS/Frankfurt (Oder) – Region Gorzów – Lebuser Land statt, die 3. Deutsch-Polnische Vernetzungskonferenz am 27. August 2026 für den Landkreis Görlitz und die niederschlesische Region Polen.